Donnerstag, 19. Juli 2018

Luftiges Musselin-Sommerkleid

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Wichtiges Nähprojekt für diesen Sommer war mein Musselin-Kleid. Luftig-leicht, aber auch nicht so straight und clean. So eine Mischung halt. Und in der Tat, luftig-leicht ist es wirklich, da muss man schon aufpassen!

Ich hatte den Musselin zwar für ein Halstuch bestellt, das ich meiner Nachbarin zum Geburtstag schenken wollte, habe mich dort dann aber für eine andere, fröhlichere Farbe entschieden. Die bestellten 1,20 m mussten konnten jetzt zu eben jenem Wunschkleid verarbeitet werden.

 

Die Entscheidung für den Schnitt fiel auf das Last Minute Kleid von The Coutoure, ich hätte im Nachhinein aber auch auf den vorhandenen Schnitt für das Sommershirt No.4 von Lillesol&Pelle zurückgreifen und auf Kleidlänge verlängern können. Jaja, man lernt nie aus. Und noch günstiger wäre es, wenn man einfach den Schnitt selbst zeichnet (weites Shirt auf Packpapier legen und mit Nahtzugabe abzeichnen). In den Schnitt habe ich mir noch Brustabnäher eingezeichnet und somit absichtlich eine Vokuhila-Variante erzeugt, denn so ist das Rückenteil ein paar Zentimeter länger als vorn.


Die abgerundeten Säume haben mir hier mit dem seitlichen Schlitz gut gefallen. Allerdings fand ich, dass die Anleitung nicht unbedingt für blutige Anfänger geeignet ist. Doch es wird auch ein Support angeboten, so dass sich hier keine allzu großen Probleme auftun sollten.


Eine weitere Anpassung von mir ist das Nähen von Ärmelbelegen, die ich rechts-auf-links angenäht und umgeschlagen auf die Außenseite festgesteppt habe. Ich wollte gern Ärmelaufschläge, ohne dass die unschöne Overlock-Naht sichtbar ist. Das macht die Ärmelabschlüsse noch etwas besonders.
Beim Ausschnitts-Beleg hilft mir die Unternaht, also die Befestigung vom Beleg an der Nahtzugabe, damit der Beleg schön an Ort und Stelle bleibt. Außerdem ist der Beleg in den Schulternähten fixiert. 


Für einen Bindegürtel hat der Stoff dann doch nicht mehr gereicht. Dafür greife ich auch gern auf meinen vorhanden blauen Ledergürtel zurück. Allerdings bin in tatsächlich noch unentschlossen, ob ich mich dauerhaft (offen oder mit Gürtel) mit der Weite wohlfühlen werden. Gegebenenfalls werde ich mir sonst auf Hüfthöhe ein innenliegendes Gummiband einnähen, um alles etwas zu raffen.


Da auch in Norddeutschland der Sommer dauerhaft Einzug gehalten hat, werde ich mich noch ein ganzes Weilchen an meinem Luftikus-Kleidchen erfreuen...


Schnitt: Last Minute Kleid von The Coutoure, Ärmel verkürzt, Größe 42
Stoff: Musselin Double Gauze Uni grau/blau von Der Buntspecht Shop, 1,20 m bei 1,35 m Vollbreite, Kosten ohne Schnittmuster: 12,43 € inkl. Porto

Verlinkt bei Du für Dich am Donnerstag.

Sonntag, 15. Juli 2018

Ultraschneller Cozy Skirt


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Das Tochterkind fährt in die Ferien und ruft beim Tasche packen laut aus: "Ich habe ja gar keinen Rock für den Bauernhof!" Ja, nee, braucht man auch nicht oder? SIE schon! Da bin ich ja schon froh, dass sie ihre bunten Kleidchen davon ausschließt ;o))



OK, ein paar Stunden sind noch, Stofflager inspiziert und wiederum sehr überzeugt ruft sie: "DEN da!". Ähmmm, ja, war eigentlich meiner, aber egal. Liegt ja schon drei Jahre und es wird doch kein Loop draus...

Das Schnittmuster vom Cozy Skirt war schon für Größe 152 zugeschnitten, weil ich ihren schickeren grünen Hamburger-Liebe-Stoff-Rock daraus genäht hatte. DER ist definitiv zu schick für den Bauernhof. Was sollen die Kühe denken...?



Weil eben jener Rock schon etwas knapp geworden ist, habe ich einfach noch links und rechts auf eine Größe größer Stoff zugegeben. Es hätte ja auch ein ganz einfacher Rock mit eingereihtem Stoff sein können, aber Tochterkind WOLLTE Taschen dran. Nahttaschen gelingen mir nicht so gut, also eben der Cozy Skirt-Schnitt.



Mein Kind meinte, das Stoffmuster erinnert sie an das Rad vom Pfau, deswegen sollte es genau so herum sein. Die Taschen aufzupimpen war auch nicht so ihrs, aber ich konnte sie für Bündchen gewinnen. Petrol und nicht Gelb, Mama! Und lang, so lang es geht.



Hier sehen wir also, was aus einem halben Meter zu zaubern ist. Die volle Stoffbreite reichte für Vorder- und Rückenteil des Rocks im Bruch, die Taschen und das Bündchen in zwei Teilen für vorn und hinten. Im Bund selbst liegt Hosenbundgummi. Der Saum ist 2,5 cm umgeschlagen und mit Zickzack-Stich festgenäht.



Weil ich nicht die schnellste bin, hab ich dann doch so gute 2,5 Stunden für gebraucht. Tatsächlich ist das bei mir wirklich schon ultraschnell für ein Kleidungsstück. Was wirklich wichtig ist: das Kind ist jetzt glücklich und mein Stofflager um ein Design erleichtert, hihi. Farblich passt das Teil auf jeden Fall besser auf den Bauernhof. Bin schon gespannt, was sie mir nächstes Wochenende erzählt, wann so ein Rock gut tragbar ist.



Schnitt: Cozy Skirt von Kid5
Stoff: Baumwoll-Jersey aus dem örtlichen Stoffladen (vor drei Jahren gekauft) vor sowie Hosenbundgummi



Verlinkt bei Made4Girls und Kiddikram/Lunaju.

Dienstag, 10. Juli 2018

Sommerkleid aus Viskose mit gesmoktem Oberteil

Der Sommer ist da! Und mein Tochterkind hat sich sooooo sehr ein neues Maxikleid gewünscht. Das alte (gekaufte) war nun zu klein geworden. Zusammen mit ihr habe ich mehrere Entwürfe gemacht und sie hat sich ihr Model passend zum Stoff ausgesucht. Gemeinsam Stoff im Stoffladen shoppen ist eine ganz tolle Erfahrung! Da schlägt das Kind ja voll nach mir ;o) Zwei Viskose-Stoffe haben wir mitgenommen, mein eigener Favorit mit Flamingo-Druck soll jetzt zu einem knielangen Sommerkleidchen werden (Maxi kommt später...).


Das Oberteil sollte oben gesmokt sein und die Träger schmal. Zum Smoken habe ich mich natürlich etwas belesen und herausgefunden, dass man einen Elastikfaden (Gummifaden) auf die Unterspule wickeln kann (per Hand!) und diesen unten in die Spulenkapsel seiner Nähmaschine einlegt. Ähm, ja, Spulenkapsel, das gibt es bei meiner Maschine gar nicht. Die Unterspule wird einfach flach hinter der Stichplatte eingelegt... Auch im Nähzubehör habe ich nichts gefunden, was mir das Annähen sichtlich erleichtern könnte. Also, Versuch macht klug. Faden rein, durch die Einfädelungshaken gezogen, mit dem Oberfaden nach oben geholt, Fadenspannung etwas gelockert und losgenäht. ES KLAPPTE!!! Überhaupt kein Problem, etwas lautere Geräusche gab es schon, aber alles im Lot. Immer wieder habe ich die Naht und den "Unterfaden" kontrolliert, alles schick. Hier auch von mir der Hinweis, immer darauf achten, dass die Anfangsfäden bald nach dem Start der Naht UND die Endfäden nach dem Beenden miteinander verknotet werden, damit sich der Gummifaden beim Aufspannen des Stoffes nicht verabschiedet. Den Gummifaden habe ich am Ende auch immer noch 10 cm überstehen lassen, bevor ich ihn abgeschnitten habe. So konnte ich die Weite noch etwas anpassen.


Nach sechs Reihen habe ich das Smoken beendet. Die obere Kante des Kleides hatte ich schon davor versäubert und gesäumt. Die Seitennähte hatte ich auch bereits versäubert, denn wenn man jetzt die Seiten-/Rückennaht mit der Overlock schließt, werden die gespannten Gummifäden durchtrennt und all der Spaß war vergebens. Also: erst die Seitennähte versäubern, dann smoken und dann die Naht mit der normalen Nähmaschine schließen.


Die Trägerlänge habe ich am Kind ausgemessen und die Träger wie ein Schrägband gefertigt und zusammen genäht. (4 cm breite Stoffstreifen mittig gefaltet und gebügelt, aufgeschlagen und die Seiten jeweils zum gebügelten Mittelstreifen gebügelt, wieder zusammen gefaltet und die Kanten schmal abgesteppt.)


Die Unterkante habe ich mit meiner Neuanschaffung, einem 4 mm Rollsaumfuß gesäumt. OHNE vorheriges Bügeln und auch das klappte auf Anhieb! Damit hatte ich jetzt echt nicht gerechnet und das Ergebnis sieht sooo sauber aus, ein Traum! Freue mich direkt auf den nächsten Saum. Achso, ja, meine Tochter ist natürlich auch glücklich, aber wer wäre das nicht, sie trägt schließlich FLAMINGOS!!! <3


Stoff: Viskose aus dem örtlichen Stoffladen (Radiance by Penelope stand auf der Webkante) [hier gibt es den beispielsweise online], Elastikfaden/Gummifaden
Stoffbedarf: Vollbreite 140 cm x 70 cm Höhe, davon dann 4 cm breite Streifen für die Träger abgeschnitten. Endhöhe des Kleides: 65 cm (ohne Träger)


Wer mag, kann sich am Freebook-Tutorial zum Easy-peasy-Kleid von Pattydoo orientieren, aber auch die Anleitung von Kischi's Welt ist sehr ausführlich.


Verlinkt bei HandmadeonTuesdayCreadienstag, Made4Girls und Kiddikram/Lunaju.

Mittwoch, 4. Juli 2018

Eine Peplum-Bluse, die gar keine werden sollte...

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Der Arbeitstitel mag irritieren, aber so war es tatsächlich. Und es fing schon beim Stoffkauf an. Diese Lochstickerei habe ich als Abschluss für ein Blusenprojekt fürs Cousinenkind bestellt. Das Lochmuster war mir aber zu groß und so wurde der halbe Meter zur Lagerware. 

Diesen Sommer wollte ich mir gern ein Crop Top daraus schnitzen. Dazu habe ich ein weites Jersey-Schnittteil (vom Sommershirt No. 4  - Lillesol & Pelle) auf den zweimal gefalteten Stoff gelegt, damit ich schauen kann, ob die Stoffbreite für zwei Oberteile (im Bruch gelegt) ausreichen wird. Ganz bisschen musste ich das Schnittteil über den Bruch rücken, konnte dann aber getrost zuschneiden. Ich habe mir Brustabnäher eingezeichnet und genäht, um anschließend die Schultern zu verbinden. Die mit der Ovi gesäumten Hals- und Armausschnitte habe ich einmal eingeschlagen und schmalkantig mit Geradstich abgesteppt. Ratzi fatzi war das fertig!

Da sollte eigentlich ein weißes Top drunter...

Aber mein Mann sagte: "Was war los? Ist der Stoff alle?!" *grummel* Na gut, vielleicht bin ich schon etwas zu alt für ein Crop Top...? Vielleicht, aber nur ein bisschen ;o)) Ich will ja auch nicht den ganzen Tag damit aufgezogen werden.

Also muss da was an mein Crop Top unten dran gebastelt werden. Ein Schößchen vielleicht? Wirklich?! Bei Diana vom Blog Bunte Tupfer (der Blog ist derzeit leider offline, alternativ ein Bild hier) habe ich ja im letzten Jahr schon die gelbe Peplum-Bluse aus der Burda bewundert. Aber ist das denn auch etwas für mich???

Aber Peplum?! Was ist das eigentlich? Halten wir inne, recherchieren gemeinsam und finden heraus: Peplum wird ein (kurzes) Rockteil oder auch Schößchen genannt. Solches ist an einem Oberteil befestigt, wie ein breiter Saum. So stammt die Bezeichnung 'peplos' aus dem Altgriechischen für ein Frauen-Kleidungsstück, bestehend aus einem ärmellosen, umgeschlagenen viereckigen Tuch, das mit einem Gürtel auf der Hüfte/Taille getragen werden kann. Die modern getragene Form dieser Teilung bildet heutzutage das Schößchen - wie ein zu hoch gezogener Rock. Zu früheren Zeiten ging das Schößchen fließend in die Rocklinie über (weil Hosen für Frauen damals noch nicht als tragbar galten).

Peplum-Shirts oder Blusen werden meist zu einem separaten Unterteil, wie einem schmalen Rock oder einer engen Hose getragen. Das unterstreicht die geformte Taille und die weibliche Hüftform. Als längere Variante kann frau das Peplum-Shirt aber auch als Kleid tragen.

Modetipps und Hintergrundinfos zu Peplum-Oberteilen gibt es hier: <desired>
Informationen zur Urspungsklärung Peplos findet Ihr hier: <Griechische Mode>

Na gut, hat also eine gewisse Tradition. Und wenn es mir nicht steht, wird es eben umfunktioniert oder gefällt meiner Tochter irgendwann. Es kommt ja alles immer mal wieder in Mode ;o)


Das Schößchenteil habe ich wie einen Tellerrock zugeschnitten. Aus einem anderen Stoff, den ich mir hier vor Ort in einem Stoffladen ausgesucht hatte. Die leichte Leinen-Optik fand ich ganz passend und auch der Farbton trifft sich wieder. Bei Marie vom Blog von mri habe ich mir die Anregung für den Zuschnitt geholt. Meine favorisierte Länge war 22 cm im Zuschnitt. An den Seiten musste ich aber etwas schmaler zuschneiden. Die Stoffbreite gab nicht mehr her.

Noch viiiiel zu weit...

Erstmal sah es so reichlich weit und sackig aus. In den Seiten musste ich also noch etwas Stoff wegnehmen. Somit sind die kürzeren Volant-Seiten kaum noch sichtbar. Die Kommentare meines Mannes wiederhole ich mal lieber nicht... Frau näht ja. Läuft.


Insgesamt bin ich jetzt sehr zufrieden mit Weite und Länge. Natürlich auch damit, dass das Oberteil hinten länger ist, als vorn. Das ist bestimmt gar nicht gängig und war der Vorgeschichte (Crop Top) geschuldet, doch das lasse ich jetzt so. Den Abschluss bildet ein Rollsaum, der sich aufgrund seiner Optik mit der Lochstickerei identifizieren soll. Könnte aber auch daran gelegen haben, dass ich null-komm-null-Laune auf Bügeln und Säumen hatte.



Hop oder Top - das überlege ich mir noch eine Weile. Vielleicht frage ich auch noch ein paar nähende Freundinnen dazu ;o) Meine liebe Kollegin, die gern mal kurz die Foto-Regie für mich übernimmt, war jedenfalls recht angetan <3 




Da hier sehr viel Kopf- und Handarbeit drin steckt, verlinke ich wieder zu anderen kreativen Werken beim Me Made Mittwoch im Juli.

Nochmal ein Stoff-Zoom

Dienstag, 26. Juni 2018

Die Schultüte für einen Technik-Fan

Im letzten Jahr hatte ich von dem tollen Schultüten-Set für den Kindergarten-Kumpel meines Sohnes berichtet. In diesem Jahr stelle ich die Schultüte unseres Sohnes vor. Etwas unkonventionell vielleicht für einen Jungen, aber er hat es sich eben so ausgesucht.


Ich habe mir wieder meinen bereits abgezeichneten Schultütenschnitt aus dem Ordner genommen und die von meinem Sohn ausgewählten Stoffe mit entsprechender Nahtzugabe zurecht geschnitten. Diesmal habe ich den Stoff für die Tülle 10 cm länger (vom Umfang der Schultütenöffnung betrachtet) zugeschnitten und lasse die Enden beim Annähen überlappen. Das habe ich aus der vorigen Schultüte als Lehrstoff mitgenommen. Das ist viel einfacher für das Befüllen und Entnehmen.


Farblich passte der Stoff so einigermaßen zum Ranzen. Jetzt musste noch ein Aufdruck her. Der Herr Sohn hatte ja ziiiiiemlich viele Ideen, was das anbelangt und jeden Tag eine andere. Nach zwei Monaten Fragerei habe ich dann die Reißleine gezogen und behauptet, es müsse sowieso das drauf, was zu seinem Ranzen passt und dort prangte ein toller Roboter! Den zu duplizieren erschien mir dann etwas aufwändig und ich habe mir den Robo von Sheldons Shirt aus Big Bang Theory nachgezeichnet und als Vektorgrafik erstellt. Meine Freundin Claudia hat noch etwas mit ihrer Plottersoftware nachgeholfen. Ich muss wohl nicht viel dazu sagen, dass die Auswahl der "richtigen" Plotterfolie nochmal so viel Zeit in Anspruch nahm? Aber Plotterfolien kann man doch auch nie genug haben oder? Daher habe ich gleich einen ganzen Schwung ausgesucht und mit Claudia [vom Blog Claudias Ecke] den Plott auf die Folie gebracht. Das war ungewöhnlich aufregend! Und spaßig ;o)


Mit ordentlich Druck aufgebügelt hält der Plot nun schon ein Jahr und bekommt jetzt bald eine Kissen-Füllung. Der Papp-Rohling wird an das nächste Schulkind weiter gereicht (das vierte Kind mittlerweile...).


Verlinkt bei CreadienstagMade4Boys und Kiddikram / LunaJu.

Donnerstag, 21. Juni 2018

Dira als Shirt im Maritim-Look

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... oder bayerisch? Neee, maritim, ganz klar. Kleine, entzückende Anker sprechen ganz klar die norddeutsche, maritime Sprache *lach*

Die Idee zu so einem Shirt stammt leider nicht gänzlich von mir, denn ich war ganz in die rote Version des Dira-Shirt-Designbeispiels von Rane verschossen (ja, das kann man so schon sagen...).

Aber der Zufall macht's! Das Stöffchen habe ich bei Alles-für-Selbermacher zum Angebotspreis erspäht, denn es handelt sich um 2.Wahl Jersey. Fehler konnte ich keine finden... Die Idee war geboren und nun brauchte ich noch unelastisches Paspelband und elastische Rüschenborte. Zwei Nächte Abende hat es gebraucht und ich konnte den bisher heißesten Tag im Juni in meinem schicken neuen Dira-Shirt verbringen.


Im Gegensatz zu meinem Dira-Kleid, das ich im März genäht habe, wurden hier keine Anpassungen für das Oberteil vorgenommen und ich habe ganz regulär eine Größe 42 genäht. Nach dem Ausmessen im März hatte ich die Größe 44 gewählt und dann um einiges verkleinert. Lediglich die Shirt-Verlängerung ist hier neu: einfach zwei DIN A4-Blätter unter das Passe-Schnittteil geklebt, gut sitzendes Shirt im Bruch an der Kante aufgelegt und die Seitenlinie mit Nahtzugabe dazu gezeichnet.


Nach dem Abtrennen der "Verlängerungs-Blätter" von der Passe habe ich diese an das Rückenteil angeklebt, um mir dieses ebenfalls als ein Teil zuschneiden zu können.


An den Ausschnitt habe ich vor dem Annähen des Beleges das elastische Rüschenband festgeheftet. Hier habe ich 1-2 mm Abstand zur Außenkante gelassen, denn das Band war schmaler als meine Nahtzugabe. Erst dann habe ich den Beleg angenäht. So ist alles schön sauber eingefasst und nach dem Absteppen des Beleges klappt auch nichts mehr hoch.

 

Die Ärmelenden habe ich mit der Overlock versäubert und dann das Rüschenband rechts-auf-rechts mit einem schmalen Zickzack-Stich angenäht, dann das Band umgeschlagen und mit dem 3-fach-Steppstich von oben abgesteppt.

 

Abgeschlossen habe ich das Shirt mit einem einfachen weißen Bündchen, 6 cm hoch im Zuschnitt und in der Breite mit Faktor 0,9 multipliziert. Ein offenkantiges Bündchen hätte mir auch gefallen, aber da war dieses hier schon ans Shirt gesteckt und die Uhr tickte... ;~-) 



Mein einziges Manko - und das muss ja auch erwähnt werden - sind die zu breiten Schultern. Die anderen Design-Beispiele betrachtet, muss das wohl so sein, aber ich werde da beim nächsten Schnitt etwas anpassen müssen. Ein Dira-Shirt wie auch ein Dira-Kleid werden mit Sicherheit wieder genäht!

 

Schnitt: Kleid Dira von Mira Rostock & Prülla als Shirt in Größe 42
Stoff: Jersey Vichy Karo Anker von NIKIKO bei Alles für Selbermacher, Rüschenband Baumwolle Ecru sowie Paspelband von Knopf-Buffet bei dawanda, weißer Jersey aus dem Fundus

  

Glücklich verlinkt bei WOF und Du für Dich am Donnerstag.

Mittwoch, 20. Juni 2018

Jumpsuit Joy bringt Freude

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Vorletztes Jahr habe ich den Jumpsuit Joy von Pattydoo schon einmal für mich genäht. Passend zum Me Made Mittwoch-Sonderthema im Juni konnte ich mich wieder an diesem Schnitt versuchen. Glücklicherweise habe ich mich aufdrängen können wurde ich gefragt, einen schwarzen Jumpsuit zu nähen. Dieser sollte sowohl Freizeit-tauglich als auch schick fürs Büro zu tragen sein.

Die Stoffwahl war schnell gelöst: schwarzer Viskosejersey mit einem Elasthan-Anteil von 5% kam in den Einkaufskorb und drei Tage später saß ich mit dem gewaschenen Stoff an der Nähmaschine.



Ein paar Anpassungen auf die zukünftige Trägerin habe ich vorgenommen. Das Oberteil habe ich um 3 cm verlängert, die Hosenbeine um ganze 8 cm. Außerdem kam der Tropfen-Ausschnitt wunschgemäß nicht in das Rückenteil, sondern nach vorn. Die Größe des Ausschnittes habe ich individuell festgelegt und diesen dann mit einem 2,5 cm breiten Jerseystreifen eingefasst. Hier habe ich die Nahtzugabe nach der ersten Naht auf 0,4 cm zurück geschnitten und den Streifen dann umgelegt. Diese Art der Versäuberung beginne ich seit meiner Frau Ilvie-Bluse immer von der linken Seite. Denn ich habe oft Probleme, die Rückseite mit zu fassen, wenn ich zuerst den Einfass-Streifen von der rechten Seite annähe, umschlage und dann feststeppe. Anders herum schaut es immer sauber und annähernd perfekt aus.


Der gesamte Ausschnitt ist anschließend mit einem weiteren Jerseystreifen versäubert worden, wobei der Beleg dann nach innen geschlagen und anschließend festgesteppt worden ist. Dabei habe ich gleich die Knopfschlaufe mit eingefasst. Hier muss noch ein schöner BlingBling-Knopf gefunden werden. Meiner ist nur einfach schwarz und auch zu klein, etwas anderes gab mein Knopf-Schatz gerade nicht her ;o)


An den Beinsäumen, genau gesagt an den Fußbündchen habe ich das Gummiband auf Wunsch meiner Freundin wieder entfernt. Sie wollte gern einen glatten und ungekräuselten Abschluss. Gefällt mir auch gut, muss ich sagen. Ist so auch mehr bürotauglich.


Die Viskose wollte sich immer sehr gern verselbständigen. Bei Näh-Projekten, die nicht für mich selbst gedacht sind, bin ich immer oberpingelig! Den einen oder anderen Schwitz-Moment hab' ich da schon hingelegt. Für meine Verhältnisse war ich dafür dann aber auch schnell fertig. Freitag Abend 2,5 h und Samstag Vormittag nochmal 2,5 h und das schwarze Edel-Teilchen war fertig. Nun bin ich so stolz und froh, und überlege, ob ich nicht auch noch ein schwarzes Exemplar in meinem Kleiderschrank brauche?! Schwarz geht ja irgendwie immer...


Schnitt: Jumpsuit Joy von Pattydoo mit Anpassungen
Stoff: schwarzer Viskosejersey (95% Vi, 5% El)


Verlinkt bei der Me Made Mittwoch - Jumpsuit-Runde zu vielen weiteren schönen Exemplaren!

Mittwoch, 6. Juni 2018

Mein erster Faltenrock!

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Schon von Anfang an war ich von den Designbeispielen des Rock-Schnittes Capone von Unikatze begeistert. Zumal ich schon Besitzerin eines ähnlichen Faltenrockes war (ein Geschenk von einer Freundin). Dieser geschenkte Rock aus Leinen war mir auch Vorbild für meine Anpassungen an Capone.


Der Reihe nach. Bei Capone gibt es zwei beschriebene Faltenlege-Varianten: drei Kellerfalten oder eine Kellerfalte mittig und jeweils links und rechts daneben zwei einfache Falten. Entschieden habe ich mich für Variante zwei, denn ich wollte weniger Volumen auf der Hüfte.



Das Legen der Falten war kein Problem, wenn ich auch etwas angestrengter über die Methode nachdenken musste ;o) Meine Anpassungen am Rock fingen dann am Reißverschluss an. Diesen habe ich nicht von oben, also von der rechten Seite abgesteppt eingenäht, sondern von der linken Seite, so dass später keine Naht zu sehen ist.



Außerdem habe ich den Bund auf 12 cm im Zuschnitt erhöht, so dass ich eine Endhöhe von 10 cm habe. Nach Bauchgefühl habe ich auf die Bundrückseite Vliesline H180 gebügelt, damit der Bund später nicht so schnell in sich zusammen sackt. Den Reißverschluss habe ich nach Ansetzen des Bundes gleich dort mit angenäht. Per Hand habe ich den umgeschlagenen Bund dann an der Innenseite des Reißverschlusses befestigt, die Nahtzugabe der Bundinnenseite eingeschlagen und von außen unsichtbar in der Bund-Naht festgesteppt. 


Hier noch hinten ohne Knöpfe...

Weiterhin habe der der Optik wegen den Bund noch einmal oben und unten in gleichmäßigem Abstand abgesteppt und mir dann kleine Zierelemente analog zu meinem Leinen-Rock erstellt. Dazu habe ich mir die Form auf Papier aufgezeichnet und dann zzgl. Nahtzugaben aus dem Baumwollstoff ausgeschnitten, rechts auf rechts zusammen genäht (Wendeöffnung nicht vergessen!), die Ecken getrimmt und gewendet. Bügeln hilft hier auch ungemein ;o) Die "Stoff-Schnallen" habe ich dann mehrmals abgesteppt und einfach an entsprechender Stelle oben auf den Rockbund genäht. Unten habe ich große Knöpfe aus Schwiegermuttis Knopfschatz angebracht. So könnte man auch einen Gürtel einziehen.


Der saubere Look von innen begeistert mich total

Schnitt: Taillien-Rock Capone von Unikatze in Midilänge genäht, mit Anpassungen
Stoff: Baumwollstoff Heide in Rauchblau von Makerist



Fazit: Midilänge ist schön. Minilänge wird natürlich auch noch unbedingt ausprobiert! War alles einfacher als gedacht. Möglicherweise steppe ich beim nächsten Capone noch die Falten von oben flach ab...

Fröhlich verlinkt zu anderen Mittwochs-Werken beim MeMadeMittwoch.