Mittwoch, 4. Juli 2018

Eine Peplum-Bluse, die gar keine werden sollte...

[Dieser Beitrag enthält unbeauftragte Werbung wegen Marken- und Quellen-Nennung]


Der Arbeitstitel mag irritieren, aber so war es tatsächlich. Und es fing schon beim Stoffkauf an. Diese Lochstickerei habe ich als Abschluss für ein Blusenprojekt fürs Cousinenkind bestellt. Das Lochmuster war mir aber zu groß und so wurde der halbe Meter zur Lagerware. 

Diesen Sommer wollte ich mir gern ein Crop Top daraus schnitzen. Dazu habe ich ein weites Jersey-Schnittteil (vom Sommershirt No. 4  - Lillesol & Pelle) auf den zweimal gefalteten Stoff gelegt, damit ich schauen kann, ob die Stoffbreite für zwei Oberteile (im Bruch gelegt) ausreichen wird. Ganz bisschen musste ich das Schnittteil über den Bruch rücken, konnte dann aber getrost zuschneiden. Ich habe mir Brustabnäher eingezeichnet und genäht, um anschließend die Schultern zu verbinden. Die mit der Ovi gesäumten Hals- und Armausschnitte habe ich einmal eingeschlagen und schmalkantig mit Geradstich abgesteppt. Ratzi fatzi war das fertig!

Da sollte eigentlich ein weißes Top drunter...

Aber mein Mann sagte: "Was war los? Ist der Stoff alle?!" *grummel* Na gut, vielleicht bin ich schon etwas zu alt für ein Crop Top...? Vielleicht, aber nur ein bisschen ;o)) Ich will ja auch nicht den ganzen Tag damit aufgezogen werden.

Also muss da was an mein Crop Top unten dran gebastelt werden. Ein Schößchen vielleicht? Wirklich?! Bei Diana vom Blog Bunte Tupfer (der Blog ist derzeit leider offline, alternativ ein Bild hier) habe ich ja im letzten Jahr schon die gelbe Peplum-Bluse aus der Burda bewundert. Aber ist das denn auch etwas für mich???

Aber Peplum?! Was ist das eigentlich? Halten wir inne, recherchieren gemeinsam und finden heraus: Peplum wird ein (kurzes) Rockteil oder auch Schößchen genannt. Solches ist an einem Oberteil befestigt, wie ein breiter Saum. So stammt die Bezeichnung 'peplos' aus dem Altgriechischen für ein Frauen-Kleidungsstück, bestehend aus einem ärmellosen, umgeschlagenen viereckigen Tuch, das mit einem Gürtel auf der Hüfte/Taille getragen werden kann. Die modern getragene Form dieser Teilung bildet heutzutage das Schößchen - wie ein zu hoch gezogener Rock. Zu früheren Zeiten ging das Schößchen fließend in die Rocklinie über (weil Hosen für Frauen damals noch nicht als tragbar galten).

Peplum-Shirts oder Blusen werden meist zu einem separaten Unterteil, wie einem schmalen Rock oder einer engen Hose getragen. Das unterstreicht die geformte Taille und die weibliche Hüftform. Als längere Variante kann frau das Peplum-Shirt aber auch als Kleid tragen.

Modetipps und Hintergrundinfos zu Peplum-Oberteilen gibt es hier: <desired>
Informationen zur Urspungsklärung Peplos findet Ihr hier: <Griechische Mode>

Na gut, hat also eine gewisse Tradition. Und wenn es mir nicht steht, wird es eben umfunktioniert oder gefällt meiner Tochter irgendwann. Es kommt ja alles immer mal wieder in Mode ;o)


Das Schößchenteil habe ich wie einen Tellerrock zugeschnitten. Aus einem anderen Stoff, den ich mir hier vor Ort in einem Stoffladen ausgesucht hatte. Die leichte Leinen-Optik fand ich ganz passend und auch der Farbton trifft sich wieder. Bei Marie vom Blog von mri habe ich mir die Anregung für den Zuschnitt geholt. Meine favorisierte Länge war 22 cm im Zuschnitt. An den Seiten musste ich aber etwas schmaler zuschneiden. Die Stoffbreite gab nicht mehr her.

Noch viiiiel zu weit...

Erstmal sah es so reichlich weit und sackig aus. In den Seiten musste ich also noch etwas Stoff wegnehmen. Somit sind die kürzeren Volant-Seiten kaum noch sichtbar. Die Kommentare meines Mannes wiederhole ich mal lieber nicht... Frau näht ja. Läuft.


Insgesamt bin ich jetzt sehr zufrieden mit Weite und Länge. Natürlich auch damit, dass das Oberteil hinten länger ist, als vorn. Das ist bestimmt gar nicht gängig und war der Vorgeschichte (Crop Top) geschuldet, doch das lasse ich jetzt so. Den Abschluss bildet ein Rollsaum, der sich aufgrund seiner Optik mit der Lochstickerei identifizieren soll. Könnte aber auch daran gelegen haben, dass ich null-komm-null-Laune auf Bügeln und Säumen hatte.



Hop oder Top - das überlege ich mir noch eine Weile. Vielleicht frage ich auch noch ein paar nähende Freundinnen dazu ;o) Meine liebe Kollegin, die gern mal kurz die Foto-Regie für mich übernimmt, war jedenfalls recht angetan <3 




Da hier sehr viel Kopf- und Handarbeit drin steckt, verlinke ich wieder zu anderen kreativen Werken beim Me Made Mittwoch im Juli.

Nochmal ein Stoff-Zoom

Kommentare:

  1. Dein Sommerblüschen finde ich sehr gelungen und dank etwas Hintergrundinformation habe ich sogar noch etwas dazu gelernt. Ich finde es auch gut, dass Du für den Volant einen anderen Stoff genommen hast. Also, ich finde ja, TOP!!!
    LG Epilele

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  2. Huhuuu, daaankeschön, da freue ich mich doch!
    Was meinst du, wie schön der Wind da durch pustet. Bei dem Wetter ein sehr praktisches Kleidungsstück (nur das Schößchen muss man manchmal festhalten ;-))
    LG zurück

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  3. Not macht erfinderisch! Egal was dein Mann sagt, das sieht süß aus und steht dir gut! Aber ich versteh die eigene Skepsis bei ungewohnten neuen Looks, ich freunde mich auch gerade erst mit Rüschen und Volants an.

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    1. Ja, sehr erfinderisch. Besonders wenn frau am Stoffabbau arbeitet ;o)
      Ich danke Dir für Deine lieben Worte. Dann gewöhnen wir uns jetzt gemeinsam an der erwachsenen Form von Rüschen und Volants...
      LG

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  4. Ich find's Top :). LG Diana, die wieder online ist

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    1. online?! Aber ich finde Dich nicht! Na das wird schon :o))
      Lieben Dank! Ein Lob von Dir ist wie Gesang...!
      LG Stef

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  5. Ach du ;), wahrscheinlich findet man mich momentan nur über Bloglovin oder den Link in meinem Instagram Account. Mein Mann meint, er hat da noch Ideen, die er am Wochenende ausprobieren möchte, damit meine Seite auch gleich bei der Googlesuche angezeigt wird. Da denkt man, man ist fertig, aber nö :). LG Diana

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    1. Technik, die begeistert! Dann suche ich mal bei Bloglovin...
      Schön, wie Dein Mann sich engagiert! :o)

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